Das Hermann-Löns-Grab
Unter einem schlichten Stein inmitten des Tietlinger Wacholderhains
zu Walsrode fand der Dichter der Heide, Hermann Löns, seine letzte
Ruhestätte. 1893 kam er das erste Mal in die Lüneburger Heide,
nach Walsrode; in dieses "wunderschöne Land", wie er die
Heide so gern nannte.
Geboren wurde Hermann Löns am 29. 8. 1866 in Kulm/Westpreußen.
Seine Eltern kamen aus Westfalen. Der Vater, angehender Gymnasial-Oberlehrer,
fand hier seine erste Lehrerstelle und konnte somit seine Braut, die Paderborner
Apothekerstochter Klara Kramer, endlich heiraten. 1884 wurden die Eltern
von Hermann Löns zurück in ihre alte Heimat versetzt, so daß
dieser dort sein Abitur machen konnte. Ursprünglich wollte er einmal
Naturwissenschaften studieren, doch sein Vater hielt dieses für aussichtslos.
So mußte Hermann Löns das ungeliebte Fach " Medizin "
belegen.
Nach Münster waren Greifswald und Göttingen die Stationen
seiner wissenschaftlichen Ausbildung. Im Jahre 1890 kam es zum Bruch mit
dem Vater. Hermann Löns verließ sein Elternhaus und betrat es
nie wieder.
Er sprang, wie er es selber nannte, mit beiden Füßen in das
Zeitungsfach. Über Kaiserslautern, Gera und Hamburg führte ihn
der Weg nach Hannover, wo er auch seine Braut, Elisabeth Erbeck, heiraten
konnte. Beim "Hannoverschen Anzeiger" fand Löns seine erste
Anstellung. Unter dem Pseudonym "Fritz von der Leine" und "Ulenspeigel"
schrieb er witzige und kluge Glossen und machte sich damit schnell einen
Namen. In der Zeit, in der sich Löns als Journalist profilierte, lernte
er auch die Heide kennen und lieben. Seitdem kam er von der Pflanzen- und
Tierwelt, dieser so typischen norddeutschen Landschaft, nicht mehr los
und beschrieb sie auf vielfältige Art. Wenn sich damit sein dichterisches
Werk bei weitem nicht erschöpft.
Als 48jähriger meldete sich Löns als Kriegsfreiwilliger. Die
Behauptung, er habe im Krieg fallen wollen, ist unrichtig und nicht belegbar.
Hier sei besonders auf das im Jahre 1986 veröffentlichte Kriegstagebuch
von Löns verwiesen. Ein historisches Dokument und ein persönliches
Vermächtnis.
Nach einer Kurzausbildung gelangte Löns Anfang September 1914 mit
dem Füsilier-Regiment 73 an die zusammenbrechende Marne-Front. Nach
nur 4 Wochen fiel er bei seinem ersten Sturmangriff am 26, September 1914
bei Loivre (bei Reims in der Champagne). Im Jahr 1934 wurden die sterblichen
Überreste in die Lüneburger Heide überführt. Nach einer
langen und unrühmlichen Irrfahrt sind die Gebeine des " Dichters
der Lüneburger Heide" am 2. August 1935 unter einem Findling
mit der Aufschrift "Hier ruht Hermann Löns" beigesetzt worden.
Zuletzt geändert am:
24.10.2000
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